Forderungen nach CO2-armer Technologie werden lauter

Quer durch Europa werden Tätigkeiten mehr und mehr eingeschränkt, die im Verdacht stehen zum Klimawandel beizutragen. Zielvorgaben der Europäischen Union sollen den Energieverbrauch und den Emissionsausstoß senken und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Industriesektoren einzelner europäischer Staaten werden durch gesetzliche Regelungen oder andere Fördermaßnahmen dazu angehalten, ihre CO2-Bilanz zu minimieren – der Straßenbau bildet da keine Ausnahme.

Quer durch Europa werden Tätigkeiten mehr und mehr eingeschränkt, die im Verdacht stehen zum Klimawandel beizutragen. Zielvorgaben der Europäischen Union sollen den Energieverbrauch und den Emissionsausstoß senken und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Industriesektoren einzelner europäischer Staaten werden durch gesetzliche Regelungen oder andere Fördermaßnahmen dazu angehalten, ihre CO2-Bilanz zu minimieren – der Straßenbau bildet da keine Ausnahme.

Nach einer landesweiten Regierungsinitiative unterzeichneten zum Beispiel in Frankreich die nationalen Straßenbauverbände eine freiwillige Absichtserklärung zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Erhaltung der Artenvielfalt sowie der natürlichen Umwelt. Dies verpflichtet sie insbesondere zu einer „vergleichenden Bewertung umweltfreundlicher Lösungen durch die Schaffung eines ‚Umweltchecks’, gemeinsam getragen von allen Unternehmen und überwacht durch ADEME, der französischen Organisation für Umwelt und Energiewirtschaft. Dieser Check bezieht den Energieverbrauch, den Ausstoß von Treibhausgasen und die Schonung natürlicher Ressourcen mit ein“.

Gaben Straßenbauer bislang Angebote mit umweltfreundlichen Alternativen ab, variierten diese formal aufgrund individueller Unternehmenssoftware. Jetzt haben die Mitglieder des französischen Straßenbauverbandes USIRF unter der Bezeichnung SEVE (Système d’Evaluation des Variantes Environnementales) eine Umweltcheck-Software entwickelt, die in der gesamten Branche Anwendung findet.

Jedes Unternehmen kann SEVE bei der Angebotserstellung nutzen, um den Einfluss umweltfreundlicher Alternativverfahren auf die ausgeschriebenen Anforderungen zu überprüfen. Das bringt eine echte Vergleichbarkeit zwischen alternativen Lösungen und fördert umweltgerechte Innovationen.

Die Herstellung und der Einbau von Asphalt erfahren besondere Aufmerksamkeit in Großbritannien, wo der Carbon Trust, eine unabhängige Organisation zur Förderung der CO2-Reduzierung, das Potenzial der Branche zur Verringerung ihres Beitrags zum Klimawandel erkannt hat. Die Asphaltherstellung wurde als einer von drei Industriesektoren in die erste Förderphase des Trust-Programms zur Steigerung der Energieeffizienz (IEEA) aufgenommen, das die Anstrengungen der Industrie zur Senkung der Emissionsbelastung unterstützt.

Dass eine niedrigere Herstellungstemperatur von Asphalt erheblich zur Energieeinsparung und zur Verringerung von Treibhausgasen beitragen kann, ist inzwischen allgemein anerkannt. Allerdings bedarf es noch der Unterstützung beim Aufbau eines Marktes für Niedrigtemperatur-Asphalte. Um dies zu erreichen, investiert der Carbon Trust über sein IEEA-Programm in Partnerschaftsprojekte mit privaten Unternehmen, in deren Rahmen die Technologie weiter entwickelt werden soll.

Gemeinsam mit dem Asphaltlieferanten Tarmac und dem Beratungsunternehmen Atkins arbeitet Nynas in einem IEEA-Projekt, das die offizielle Zulassung warmer und kalter Asphalte im britischen Fernstraßennetz durch das nationale Autobahnamt zum Ziel hat. Von dieser Freigabe erwartet man sich eine landesweite Verbreitung der Niedrigtemperatur-Asphalte in Großbritannien.

In den Niederlanden wurde Niedrigtemperatur-Asphalt auf Basis von Schaumbitumen seit 2003 voran gebracht und hat sich inzwischen gut bewährt. Auch hier kooperiert Nynas in einem Partnerschaftsprogramm mit vier Straßenbauunternehmen und dem Innovationszentrum der nationalen Straßenbaubehörde Rijkswaterstaat.

Maßgebliche Unterstützung für Niedrigtemperatur-Asphalte kam in den Niederlanden vor allem in Form neuer Ausschreibungsrichtlinien. Darin wurde ein Vergabesystem eingeführt, das Angebote entlang verschiedener umweltrelevanter Aspekte bewertet. Belgien folgte kurz darauf mit der Einsetzung einer speziellen Arbeitsgruppe für ‚CO2-arme Ausschreibungen’ innerhalb der flämischen Straßenbaubehörde.

In Belgien wird ebenfalls an der Entwicklung von Niedrigtemperatur-Asphalten gearbeitet – hier kooperiert Nynas in einem Forschungsprojekt mit dem nationalen Straßenforschungszentrum. Weitere Belege für die Eignung der Schaumbitumentechnologie in Niedrigtemperatur-Asphalten sollen jetzt in Polen gesammelt werden, so Derk Goos, Nynas Product Support Manager für Kontinentaleuropa: „Andere nationale Institutionen und Regierungsbehörden beobachten dies und werden wahrscheinlich in die ähnliche Richtung folgen.“

Derk Goos fügt hinzu: „In Deutschland, zum Beispiel, haben Politiker die Diskussion über CO2-arme Straßenbautechnologien angestoßen und werden bald von der Privatwirtschaft entsprechende Lösungen einfordern.“

Vergleichbare oder geringfügig weitere Fortschritte lassen sich in den Nordischen Ländern beobachten, wo Schweden gesetzliche Ziele analog zu den EU-Richtlinien gesetzt hat.

„Das schwedische Verkehrsministerium hat einen Plan zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes aufgestellt, der einen Beitrag des Straßensektors mit einschließt“, erklärt der Nynas Product Manager für Nordeuropa, Sven Fahlstrom. „Zur Reduzierung der Emissionen im Straßenbau gibt es viele Möglichkeiten und innerhalb der Privatwirtschaft wird hier bereits sehr viel getan. So arbeitet Skanska zum Beispiel an alternativen CO2-armen Verfahren.“

NCC, ein anderes Straßenbauunternehmen, hat einen sehr vielseitigen Warmasphalt namens Green Asphalt entwickelt, und ein drittes Unternehmen arbeitet an einem ähnlichen Projekt, das vom Entwicklungsfond der schwedischen Bauindustrie SBUF gefördert wird.

„Solange die Unternehmen an den ersten praktischen Anwendungen arbeiten, gibt es derzeit noch keine weitergehenden Forderungen aus dem Verkehrsministerium, diese Baustoffe einzusetzen“, erklärt Sven Fahlstrom. „Stellen sich allerdings Fortschritte ein, werden diese Forderungen lauter werden.“