Bessere Straßen = Mehr Wettbewerbsfähigkeit

Ausbau und Instandhaltung der Straßennetze sind wirkungsvolle Maßnahmen für Länder, die ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern wollen. Roberto Crotti vom World Economic Forum erklärt warum.

Eine solide, effiziente Infrastruktur ist einer der Faktoren, die erklären, warum manche Länder reicher oder wirtschaftlich erfolgreicher sind als andere. Die Infrastruktur hat deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit eines Landes, denn sie ermöglicht einerseits den inländischen Güterverkehr und andererseits den Zugang zu den weltweiten Märkten“, sagt Roberto Crotti vom Centre for the New Economy and Society des Weltwirtschaftsforums WEF.

Eine gut entwickelte, funktionierende Infrastruktur beeinflusst auch die Gesundheit und die Bildung der Bevölkerung, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit des Landes mitbestimmt, so Crotti. Roberto Crotti gehört zu den führenden Volkswirten hinter dem „Global Competitiveness Report“ des WEF, in dem 140 Länder der Erde im Hinblick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit anhand von 12 Säulen bewertet werden, darunter die Infrastruktur. Die neueste Ausgabe erschien im Oktober 2018. 

Der Global Competitiveness Report des Weltwirtschaftsforums WEF bewertet die Wettbewerbsstruktur von 140 Volkswirtschaften. Der Vergleich erfolgt anhand von 98 Indikatoren, die zwölf Säulen zugeordnet sind und als wichtigste Treiber für die Produktivität gelten.

Dabei hebt das WEF hervor, dass „die Wettbewerbsfähigkeit weder ein Wettbewerb noch ein Nullsummenspiel ist“, was heißt, dass alle Länder mehr Wohlstand erzielen können.

Der jährliche Report basiert auf nachprüfbaren Daten von Institutionen wie der Weltbank und der jährlichen Executive Opinion Survey des WEF, bei der jeweils über 15.000 Befragte die Wirtschaftsstruktur eines Landes im Hinblick auf Branchen und Unternehmensgrößen repräsentieren.

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„Wir sehen uns die Straßen-, Schienen-, Wasserwege- und Luftverkehrsnetze an, aber auch die Versorgungsnetze eines Landes. Bewertet wird anhand von qualitativen und quantitativen Indikatoren. Dazu dient jeweils eine Skala von 0 bis 100, die zeigt, wie nah eine Volkswirtschaft der idealen Wettbewerbsfähigkeit kommt“, erklärt er.

Die Qualität des Straßennetzes wird anhand von Umfragen unter Wirtschaftsvertretern ermittelt, deren Zusammensetzung die Struktur der Wirtschaft des Landes widerspiegelt.

Der quantitative Indikator für den Ausbau des Straßennetzes basiert auf Linienführungen und Fahrtzeiten zwischen den zehn (oder mehr) größten Städten eines Landes. Diese Städte müssen zusammen mindestens 15 % der Landesbevölkerung ausmachen.

„In Europa und anderen Industrienationen ist das Straßennetz recht gut ausgebaut, was zu einer quantitativen Bewertung von durchschnittlich 81 Punkten (von 100) führt. Der Durchschnittswert für die Qualität hinkt jedoch mit 68,5 hinterher“, berichtet Crotti.

„Das macht deutlich, dass die europäischen Straßennetze durchaus verbesserungswürdig sind. Das gilt insbesondere für Ausbau und Instandhaltung der vorhandenen Straßen, deren Qualität fortwährend niedriger bewertet wird als die Quantität.“

Im Global Competitiveness Report 2018 erhielt Singapur die weltweit beste Bewertung für sein Straßennetz, vor allem wegen der hervorragenden Qualität. Die USA auf Platz 2 wiederum verdanken ihre Wertung der überlegenen Konnektivität ihrer Straßeninfrastruktur.

„Spanien und Frankreich belegen den dritten und vierten Platz bei den Straßennetzen, nachdem sie in den letzten Jahren stark in den Ausbau investiert haben, was zu spürbaren Verbesserungen geführt hat. Diesem Beispiel sollten andere folgen“, meint Roberto Crotti.

Vier weitere europäische Länder erreichten die Top-Ten der besten Straßennetze: Portugal (6.), Schweden (7.), die Niederlande (9.) und Deutschland (10.).

„Dennoch sollte man sich dort um weitere Verbesserungen bemühen“, sagt Crotti.

In dem Bericht wird jedoch nicht auf die Wichtigkeit solcher Verbesserungen im Verhältnis zu vielen anderen Maßnahmen eingegangen, die der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch ein „ermöglichendes Umfeld“ dienen.

„Die Wirtschaftsliteratur legt eindeutige Beweise für den Zusammenhang zwischen Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit vor. Welche Rolle ein einzelner Faktor im Verhältnis zu den anderen Faktoren spielt, ist jedoch schwer zu sagen. Insofern kann keine Gewichtung der verschiedenen Arten von Infrastruktur vorgenommen werden, denn dafür gibt es keine Leitlinie. Deshalb verzichten wir darauf“, erklärt Roberto Crotti.

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