Planung für die Zukunft

Die Bauindustrie verlangt einen neuen Infrastrukturplan für Dänemark. Viele Großprojekte, von denen Dänemark und Europa gleichermaßen profitieren, hängen davon ab. Anders Hundahl erklärt die Zusammenhänge.

Dänemark has Juni eine neue, sozialdemokratische Regierung, die einen Infrastrukturplan für zehn Jahre auf den Weg bringen will. Der Plan wird voraussichtlich eine Reihe weitreichender Straßenbauprojekte enthalten, durch die das Straßennetz in Jütland und auf den dänischen Hauptinseln verbessert werden soll.

Dazu gehören einige strategisch wichtige Autobahnteilstücke, die Dänemarks Landesteile besser miteinander verbinden sollen, sowie der Ausbau der Anbindungen Skandinaviens an Deutschland und Europa, um Staus und Wartezeiten innerhalb Dänemarks zu verringern.Anders Hundahl ist seit zehn Jahren Vorstand des Verbands Asfaltindustrien. Asfaltindustrien ist ein anerkannter Branchenverband, der sich strategisch und zielgerichtet für ein besseres Straßennetz in Dänemark einsetzt.

„Ich erwarte einen Infrastrukturplan bis 2030 mit einem Etat von mindestens 10 Milliarden Euro. Wie Norwegen und Schweden auch braucht Dänemark eine langfristige Investitionsplanung für das Verkehrswegenetz. Das ist von Bedeutung für Dänemark als Volkswirtschaft, aber auch für Europa, zu dem wir ja gehören.“

Dies sind die Worte von Anders Hundahl, der in seiner Funktion als Vorsitzender des Branchenverbands der dänischen Asphaltindustrie seit zehn Jahren zielgerichtet an den Infrastrukturplänen für das Land mitarbeitet. Für ihn sind eine gute Infrastruktur und gute Straßen wichtige Elemente für mehr Wachstum und Konnektivität.

„In den Städten können wir die U-Bahn benutzen. Zwischen den europäischen Großstädten können wir fliegen, eine Fähre nehmen oder mit der Bahn fahren. Doch auf dem weiten Land sind die Straßen immer noch der wichtigste Verkehrsträger hier in Dänemark und anderswo in Europa. Es geht darum, die Bürger miteinander zu verbinden. Deshalb müssen die Straßen Priorität haben.“

Anders Hundahl betont, dass Bau und Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur teuer sind – doch Nichtstun sei noch teurer. Eine gute Infrastruktur ist die Voraussetzung für Wachstum, und Straßen mit Schlaglöchern sind zwei bis drei Mal teurer im Unterhalt. Ein Plan, in dem alles erfasst wird, verhindert Verzögerungen und führt zu mehr Vorhersagbarkeit für Asphalthersteller, Zulieferer und nicht zuletzt die Beschäftigten, und er nützt zugleich dem Klima.Große dänische InfrastrukturprojekteDies sind einige Großprojekte für Dänemark, die voraussichtlich in den kommenden Infrastrukturplan eingehen werden:
■ Verlängerung der Hillerød-Autobahn
■ Fertigstellung der Frederikssund- Autobahn
■ Ausbau der Fünen-Autobahn
■ Dritte Limfjord-Querung
■ Ausbau der E45 durch Jütland

„Unser Verband kümmert sich um eine Gruppe von Straßenbauern, die sich mit einer Langzeitplanung besser am Arbeitsmarkt halten können. Sie auszubilden ist für uns und die Volkswirtschaft sinnvoller, wenn wir schon einige Jahre im Voraus wissen, wie und womit die Beschäftigten ausgelastet sein werden. Zugleich vermeiden wir so den Stop-and-Go-Betrieb, der in Bezug auf Maschinen und Produktionsstätten sinnlos und teuer ist.“

Auch der Öffentliche Personenverkehr wird unter der neuen Regierung voraussichtlich stark gefördert werden. Darüber hinaus würde Anders Hundahl gern mehr Geld in dem Fonds sehen, der für lärmmindernde Maßnahmen im dänischen Fernstraßennetz aufgelegt wurde.

„Wir engagieren uns dafür, dass der Infrastrukturplan nicht verzögert wird, denn die neue Regierung will aus verständlichen Gründen zunächst im Parlament darüber abstimmen lassen. Dänemark hat das Geld, und neue Straßen müssen in jedem Fall gebaut werden.“

Der Absatz von Asphalt und Bitumen ging in Dänemark 2018 gegenüber 2017 zurück. Glücklicherweise steigen die Investitionen der Kommunen in diesem Segment etwas an. Auch der private Markt für Asphalt wächst.

„Wir setzen auch auf Fortschritte bei den Hilfsmitteln für das Asphaltrecycling sowie auf Fahrbahnbeläge mit geringem Rollwiderstand und gutem Schutz bei nassem Wetter. Straßenbauasphalt ist außerdem ein wichtiger Teil der Lösung, wenn es um den Klimaschutz geht“, sagt Anders Hundahl.

Praxisbeispiel

E 18, Norwegen

Nach zwei arbeitsreichen Jahren ist das Bauunternehmen NCC mit der Asphaltierung eines 23 km langen Teilstücks der E 18 zwischen Arendal und Tvedestrand in Südnorwegen fertig.

Praxisbeispiel

Storstrøm-Brücke, Dänemark

Der dänische Staat baut eine neue Storstrøm- Brücke zwischen Seeland und Falster. Die Brücke wird Teil der Eisenbahnanbindung zum geplanten Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Dänemark und Deutschland. Die 3,8 km lange Brücke wird rund 560 Mio. EUR kosten und soll 2022 eröffnet werden.

Forschung

Weniger Spurrinnenbildung

Dank eines neuen Vorhersageinstruments für die Verformung von Asphalt kann Nynasdie Vorteile von polymermodifiziertem Bitumen (PMB) in Asphaltbelägen nachweisen.Weniger bleibende Verformung ist gleich weniger Instandsetzung.

Praxisbeispiel

PMB hebt ab

Skanska hat große Teile der Startbahn am Flughafen Göteborg- Landvetter instandgesetzt. Bitumen Matters war dabei und durfte eine Nacht intensiver Arbeiten mit hoher Schlagzahl beobachten.

Notizen

Die Qualität hinkt hinterher

Roberto Crotti, World Economic Forum (WEF), über den Ausbau der europäischen Straßennetze.

Interview über Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit


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