Brückenbauer

Der Bau einer neuen Brücke beinhaltet erhebliche Investitionen, strenge Qualitätsanforderungen und eine effiziente Koordinierung der technischen Fachdisziplinen.

Die anforderungen an den Asphaltbelag einer Brücke unterscheiden sich in mancher Hinsicht von denen für eine normale Straße. Auf einer Brücke muss der Asphalt nicht nur Verformungen und Rissen standhalten, sondern zugleich die darunterliegende Stahl- oder Betonkonstruktion vor Wasser und Streusalz schützen. Hinzu kommen die starken Lasten, die auf Brücken durch Schwingungen und die Auswirkungen von Wind und Wetter entstehen.

„Eine weitere Herausforderung sind die extrem starken Kräfte, die sich in der Grenzfläche zwischen der Asphaltdecke und der Tragkonstruktion aufbauen können. Wenn diese Materialschnittstelle Schwächen aufweist, können Probleme mit Haftung und Lastwiderstand auftreten, auch wenn der Asphaltbelag regelgerecht eingebaut wurde“, erklärt Prof. Dr. Nicole Kringos, Direktorin des Road2Science Center an der Königlich Schwedischen Technischen Hochschule.

Eine Brückenfahrbahn muss also als komplexes Ganzes betrachtet werden.

„Der Fahrbahnbelag erfordert ein System aus mehreren Schichten mit geteilten Funktionen“, so Kringos. „Ein solches System umfasst nicht nur den Asphalt, sondern auch Grundierung und Dichtung, Schutzschicht und Belagstoffe. Auch Polymermodifikation kommt heute oft zum Einsatz.“

Eines imposantesten europäischen Brückenbauwerke der letzten Jahrzehnte ist die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden. Die Öresundquerung beginnt an der dänischen Küste mit einem 3,5 km langen Tunnel, verläuft dann über die künstliche Insel Peberholm und mündet schließlich in der knapp 8 km langen Brücke, die bis zur schwedischen Küste reicht. Seit der Eröffnung vor 17 Jahren haben rund 100 Millionen Fahrzeuge die Brücke passiert.

In der Grenzfläche zwischen Asphaltdecke und Tragkonstruktion können sich extrem starke Kräfte aufbauen.

Trotz dieser Belastung ist der ursprüngliche Asphaltbelag noch intakt. Er besteht aus zwei Schichten: einer Schutzschicht aus 30 mm Gussasphalt (PGJA11) und einer 45 mm starken Deckschicht aus SBS-modifiziertem Splittmastixasphalt (ABS16) mit einem Faseradditiv zur Versteifung des Bindemittels.

Das polymermodifizierte Bindemittel auf der Öresundbrücke – Nynas Endura F2 – kam schon in mehreren großen schwedischen Brückenprojekten zum Einsatz, z. B. auf der Hochküstenbrücke und der Sundsvallbrücke.

Ein weiteres hochkarätiges Brückenprojekt ist die Queensferry Crossing Bridge in Schottland, die längste Schrägseilbrücke der Welt mit drei Pylonen. Die 2,7 km lange Brücke ist das Herzstück für den Ausbau des Verkehrskorridors nördlich von Edinburgh mit einem Volumen von rund 1,5 Mrd. EUR, zu dem auch 22 km neue und ausgebaute Fernstraßen zählen.

Im Rahmen eines Liefervertrags mit dem Asphalthersteller Aggregate Industries spielte Nynas eine wichtige Rolle bei diesem Infrastrukturprojekt. Über die Gesamtdauer der Bauarbeiten von zwei Jahren wurden bedeutende Mengen an polymermodifiziertem Penetrations- und EME-Bitumen geliefert. Die wichtigsten Produkte waren Nypol 103 für den Belag des Brückendecks (TS 2010) und Nypave FX 20 für die Asphaltbinderschicht der Zubringerstraßen.

Rund 70 KM östlich der englischen Stadt Manchester befindet sich die St George‘s Bridge in Doncaster. Als vor zwei Jahren der poröse Straßenbelag des Brückendecks erneuert werden musste, nutzten die Ingenieure einen Spezialasphalt namens Steelflow des Herstellers Steelphalt. Durch die Kombination von Stahlschlacke mit einem polymermodifizierten Bitumen – in diesem Fall Nypol S 89 – erzielten sie eine Asphaltdecke, die zugleich haltbar und elastisch ist und die auf einem Brückendeck benötigte Flexibilität liefert.

Interview

A new refinery landscape

The overall impact of IMO 2020, Covid-19 and the closure of outdated refineries has increased the benefit of bitumen expertise and specialisation. The question is who will produce bitumen in the future?

Praxisbeispiel

Golden standard for the Slussen Bridge

The pavement system for a new bridge includes both asphalt and waterproofing. This makes major demands of quality awareness and the ability to coordinate different technologies.

Notizen

Nynas expertise highlighted

This year’s E&E Congress will feature presentations of a large number of technical articles, representing top-level expertise in current bitumen and asphalt technology. Experts from Nynas have contributed to several of these, in some cases as lead author. Dr Anna Steneholm, Group Specialist Toxicology, and Dr Ian Lancaster, UK Technical Manager, have also been selected to give oral presentations.

Forschung

The importance of interlayer bond coat application during pavement construction

With our collective duty to ensure sustainable and environmentally responsible solutions, it is more important than ever that the road construction industry strives to get things right first time and build structures to last. That implies new structures, as well as maintenance interventions, must be effectively designed and the installation must truly reflect that design.

Notizen

Alle zentralen Akteure arbeiten zusammen

Katri Eskola, Expertin für Straßeninstandhaltung Finnische Straßenbaubehörde

Debatte: Die COVID-19-Pandemie


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