Oberfläche für höchstes Tempo

Die modernste Rennstrecke in Nordeuropa ist jetzt bereit für Veranstaltungen der Formel 1 und des MotoGP. Wir haben die finnische KymiRing-Rennstrecke besucht.

Die KymiRing- Rennstrecke liegt in Südfinnland. Diese ultramoderne Strecke, die etwa anderthalb Autostunden von Helsinki entfernt ist, ist die einzige Lizenz-1-Piste der FIA in Nordeuropa, auf der auch Formel-1-Rennen ausgetragen werden können. Die Anlage hat zudem eine entsprechende Einstufung für Straßenrennen, so dass hier auch MotoGP-Motorradrennen stattfinden können. 

Der KymiRing in KürzeLänge: 4.6 km
Fahrtrichtung: im Uhrzeigersinn
Breite: 12 – 16 m
Anzahl der Kurven: 18
Gerade: 1,2 km
Höhendifferenz: 18 m
Anstieg in den Kurven: 1,5-10 %
Einstufung: FIA 1 (Autos) und FIM A (Motorräder)

Neben den Rennveranstaltungen bietet der KymiRing auch Fahrertrainings auf speziell entworfenen Teststrecken für Pkw und Lkw sowie verschiedene Fahrzeugtests. Neben dem Hauptkurs gibt es auch eine Rallycross-Strecke. Wiedergewonnener Asphalt Angesichts der Belastungen, denen die Oberfläche bei Geschwindigkeiten von über 300 km/h ausgesetzt ist, sowie der strengen Sicherheitsanforderungen waren

Wiedergewonnener Asphalt

Angesichts der Belastungen, denen die Oberfläche bei Geschwindigkeiten von über 300 km/h ausgesetzt ist, sowie der strengen Sicherheitsanforderungen waren umfangreiche Planungen erforderlich, bevor das Straßenbauunternehmen YIT* – jetzt Peab – mit den Asphaltierungsarbeiten beginnen konnte. Die Asphaltmischung basierte auf einfachen Prinzipien, die von technischen Experten der MotoGP-Rennserie aufgestellt wurden. Dazu gehörte die Fähigkeit, den Zuschlagstoff präzise an festgelegte Referenzwerte anzupassen.

„Für diese Art von Oberfläche ist die Körnung kleiner als bei einer normalen Straße und es gibt generell strengere Qualitätsanforderungen an Reibwert, Ebenheit und Homogenität“, erklärt Arto Heikkinen, VP Paving Operations Peab Asfalt Finland.

Der KymiRing ist 4,6 Kilometer lang und zwischen 12 und 16 Meter breit. Die Rennstrecke, die im Uhrzeigersinn befahren wird, besteht aus 18 Kurven, einer 1,2 Kilometer langen Gerade und vier festgelegten Überholpunkten. Die Höhendifferenz beträgt fast 20 Meter und das maximale Gefälle in den Kurven zehn Prozent.


Der KymiRing liegt rund 150 Kilometer nordöstlich von Helsinki. Die 4,6 Kilometer lange Strecke erfüllt strengste Anforderungen an Qualität und Sicherheit, damit auf ihr Rennen von internationalem Rang veranstaltet werden können.

„Unser Auftrag umfasste das Verlegen von zwei Schichten Asphalt“, erklärt Heikkinen. „Die Tragschicht (ACbase 31/150) hat eine Dicke von 60 Millimeter, während die Deckschicht (AC 11/100) 40 Millimeter dick ist. Insgesamt haben wir rund 9.500 Tonnen Asphalt, entsprechend 3.800 Kubikmeter, für die Tragschicht und 7.500 Tonnen für die Deckschicht eingebaut. Hinzu kamen weitere 1.250 Tonnen für die Flächen im Boxenbereich.“ 

„Es gibt generell strenge Qualitätsanforderungen an Reibwerte, Ebenheit und Homogenität.“Arto Heikkinen, VP Paving Operations Peab Asfalt FInland

Für die Tragschicht wurde wiedergewonnener Asphaltbelag (RAP) mit Nynas 100/150 als Bindemittel verwendet. Die Deckschicht wiederum besteht ausschließlich aus neuen Zuschlagstoffen mit Nynas 70/100.

Qualitätsanforderungen

Die Asphaltierungsarbeiten wurden im Sommer ausgeführt, wobei die Tragschicht in neun Tagen und die Deckschicht in zwei intensiven Tagen eingebaut wurde. Die beiden Asphaltierer hatten eine maximale Einbaubreite von 6,50 Meter. Eingesetzt wurden zudem fünf Walzen und ein dritter Asphaltierer, der für die Kurven mit der größten Steigung verwendet wurde. Um die strengsten Qualitätsanforderungen zu erfüllen, wurde die Deckschicht kontinuierlich, ohne Anhalten des Asphaltierers, aufgebracht.

„Das Projekt am KymiRing lief ganz nach Plan und innerhalb des Zeitplans“, erklärt Heikkinen. „Wir freuen uns jetzt auf die Rennen, die beginnen, wenn die COVID-19-Pandemie abgeflaut ist. So sollten bereits in diesem Jahr die finnische Rennen des MotoGP – das Gegenstück zur Formel 1 für Motorräder – hier stattfinden, wurden jedoch auf 2021 verschoben.“


* Am 26. März 2020 hat die Europäische Kommission den Verkauf des Asphalt- und Asphaltierungsgeschäfts von YIT in Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark an Peab genehmigt. Die Übernahme umfasst unter anderem 1.700 Beschäftigte, 63 Asphaltwerke und 200 Kiesgruben.

 

Notizen

Stopp – und volle Kraft voraus

Am 27. November 2020, nach 46 Tagen und 8.000 Arbeitsschritten ohne Unfälle und ohne jegliche COVID-19-Infektionen, wurde ein Turnaround auf der Raffinerie von Nynas in Harburg abgeschlossen.

Praxisbeispiel

Porsgrunn, Norwegen

Der globale norwegische Industriekonzern Yara International setzt als erster weltweit ein vollständig elektrisch betriebenes Containerschiff im kommerziellen Betrieb ein. Um den Übergang vom Land- zum Seetransport zu fördern, werden die Kaianlagen in Porsgrunn ausgebaut.

Debatte

Straßeninstandhaltung – eine europäische Herausforderung

Die fehlenden Mittel für die Straßeninstandhaltung sind ein wachsendes Problem in Europa. Weitreichende Maßnahmen sind jetzt nötig, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern.

Notizen

Warum elektrifizierte Straßen?

Ein wichtiger Faktor beim künftigen Straßenbau ist die Senkung der CO2-Emissionen insbesondere aus dem Schwerlastverkehr. Laut dem Beratungsunternehmen WSP könnten zwei Drittel des Schwerlastverkehrs in Schweden bis 2030 auf elektrifizierten Straßen erfolgen.

Notizen

Alle zentralen Akteure arbeiten zusammen

Katri Eskola, Expertin für Straßeninstandhaltung Finnische Straßenbaubehörde

Debatte: Die COVID-19-Pandemie


Abonnieren Sie!

Bitumen Matters anfordern.

Klicken Sie hier, um das Magazin auf Deutsch, Englisch oder Schwedisch zu erhalten.