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Bitumen für Straßenbauanwendungen

13.05.2020 12:04

Auf neuen Wegen

Das wachsende Verkehrsaufkommen, die Digitalisierung und ein alterndes Straßennetz stellen große Anforderungen an das Straßenverkehrssystem. Generaldirektorin Lena Erixon erläutert, wie das schwedische Zentralamt für Verkehrsinfrastruktur die heutigen Herausforderungen mit Blick auf die Zukunft angeht.

Das schwedische Straßennetz hat im Allgemeinen einen hohen Standard. Doch gibt es große Herausforderungen, die es schwierig machen, den gegenwärtigen Zustand aufrechtzuerhalten. Dies ist die Botschaft, die aus dem nationalen Plan für die Transportinfrastruktur hervorgeht, den die schwedische Regierung für den Zeitraum von 2018 bis 2029 vorgelegt hat.

„Es stimmt, dass wir über einen Zeitraum eine Verschlechterung des Zustands des Straßennetzes erleben werden, vor allem in den wenig befahrenen Teilen“, sagt Lena Erixon, Generaldirektorin des schwedischen Zentralamts für Verkehrsinfrastruktur (Trafikverket). „Der Grund hierfür ist, dass die Straßen vor relativ langer Zeit gebaut wurden und der Verkehr zunimmt, insbesondere der Lastwagenverkehr.“

“Hinzu kommt, dass das Zentralamt vor einem Jahr die Aufgabe erhielt, dafür zu sorgen, dass große Teile des Straßennetzes von Lkw mit einem Gesamtgewicht bis 74 Tonnen statt wie bisher 64 Tonnen befahren werden können.

„Diese Zunahme ist gut für die Unternehmen und das Klima, da dieselben Gütermengen mit weniger Fahrzeugen transportiert werden können, doch dies belastet natürlich stärker die Straßen“, erklärt Lena Erixon.

Ein alterndes Straßennetz und das wachsende Verkehrsaufkommen stellen eine Gleichung dar, die sich nur schwer lösen lässt – und mit der viele Länder in Europa zu kämpfen haben. Die Lösung heißt Schwerpunktsetzung. Was Schweden betrifft, bedeutet dies mehr Ressourcen für korrektive Instandhaltungsmaßnahmen wie die Ausbesserung von Schlaglöchern und die Erneuerung des Belags, während weniger Ressourcen für präventive Instandhaltung und Reinvestitionen bereitstehen.

„Die Regierung stellt auch weniger Geld für neue Investitionen ins Straßennetz bereit und bevorzugt stattdessen das Bahnnetz“, so Lena Erixon. „Die Investitionen ins Straßennetz zielen in erster Linie auf eine Verbesserung der Straßensicherheit ab, darunter die Schaffung von Mittelstreifen (2+1 Straßen) und die Verbreiterung der vorhandenen Straßen.“

Parallel zur Frage der begrenzten Ressourcen beschäftigt sich das Zentralamt mit der Aufgabe, die durch die technologischen Entwicklungen entstehenden Möglichkeiten zu nutzen. Der laufende Prozess der Digitalisierung bedeutet, dass Fahrzeuge auf eine völlig andere Weise als früher Zugang zu Echtzeitdaten haben.

Doch es bedeutet auch, dass die Straßenbetreiber Daten direkt von den Fahrzeugen statt wie früher von festen Messstellen erhalten können, welche mit Verzögerungen verbunden waren. Ein Beispiel ist das Projekt „Digitaler Winter“ des Zentralamts, das viel schnellere Umstellungen etwa bei Eis und deshalb viel genauere Maßnahmen ermöglicht.

„Was vor 20 Jahren die Forschungen prägte, wird heute auf den Straßen getestet“, sagt sie. „In Zukunft werden wir mehr Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung des Straßennetzes sehen.“

Neue Technologie kann auch für sicherere Arbeitsbedingungen für die Arbeiten auf den Straßen sorgen.

„Heute ist die Arbeitsumgebung nicht sicher genug. Vor allem müssen wir Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Nähe von Straßenbauarbeiten reduzieren und es laufen Gespräche mit unseren Bauunternehmen, wie wir dieses Problem mit Hilfe neuer Technologie in den Griff bekommen. Wir planen auch, solche Anforderungen in unsere Ausschreibungsverfahren zu integrieren.“

Am Ende muss gewährleistet sein, dass alle die digitalen Tools, die jetzt eingeführt werden, tatsächlich auch genutzt werden. Und dies wiederum setzt voraus, dass die Bauunternehmen in Schulungen, Kompetenzentwicklung und neue Ausrüstung investieren, unterstützt vom Zentralamt für Verkehrsinfrastruktur.

„Als die beschaffende Behörde müssen wir in der Lage sein, Anforderungen an Funktionen zu spezifizieren, die die Bauunternehmen zur Nutzung der neuen Technologien und zu entsprechenden Investitionen veranlassen“, erklärt Lena Erixon. „Dies erfordert eine langfristige Sichtweise, damit die Leute bereit sind, die erforderlichen Investitionen zu machen. Dieser Wandel wird uns als Behörde genauso betreffen wie die Bauunternehmen und ihre Beschäftigten.“

Das schwedische Straßennetz

98.500 km Reichsstraßen 
42.300 km kommunale Straßen 
74.000 km Privatstraßen mit staatlicher Förderung 
16.600Brücken, mehr als 20 Tunnel und 39 Fährrouten

Weiterführende Literatur

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