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Bitumen für Straßenbauanwendungen

03.12.2021 15:41

Debatte: Asphalt- und Bitumenindustrie in Westeuropa

Obwohl in letzter Zeit viele Straßenbauprojekte in Westeuropa umgesetzt wurden, muss die Haltbarkeit und Verfügbarkeit der Straßeninfrastruktur verbessert werden.

 

Herausforderungen in der Zukunft sind die regionale Verfügbarkeit von Bitumen, Preisentwicklungen und Just-in-Time-Logistik“

Neben Grossprojekten, die den Umbau und Neubau von Straßen und Autobahnen betreffen, wird immer mehr Geld in die Verbreiterung und Geld in die Verbreiterung und Sanierung der bestehenden Infrastruktur fließen. In dieser Hinsicht ist es wichtig, dass sich die Asphaltindustrie nicht nur auf die Wiederverwertung von Altasphalt konzentriert, sondern auch auf Themen wie Luftreinhaltung, Energiesparmaßnahmen und den Schwellengrenzwert (threshold limit value, TLV) beim Asphaltieren. Um der zukünftigen Entwicklung folgen zu können, z. B. neuen Gesetzgebungen im Bereich Umwelt- oder Arbeitsschutz, muss die Asphaltindustrie sich nicht nur mit den eigenen Produktions- und Einbauprozessen beschäftigen, sondern auch mit neuer oder adaptierter Maschinentechnik sowie mit dem Einsatz von Additiven für Bitumen und Asphalt. In diesen Bereichen wird seit Längerem geforscht und es gibt bereits Lösungsansätze.

Als Einkaufsorganisation ist BHG dafür zuständig, die Asphaltmischanlagen der STRABAG mit Bitumen, Additiven und Energie zu versorgen. Im Rahmen dieses Auftrags unterstützen wir, die nachhaltige Entwicklung des Konzerns durch eine regionale Versorgungsstrategie und den Einkauf von regenerativen Energieträgern.

Herausforderungen in der Zukunft sind die regionale Verfügbarkeit von Bitumen, Preisentwicklungen und Just-in-Time-Logistik. Diese Herausforderungen kennen wir bereits seit vielen Jahren. Neu ist, dass sich das Umfeld unserer Lieferanten, die mit ähnlichen Fragen der Reduzierung von CO2-Emissionen und CO2-Neutraliät konfrontiert sind, in Zukunft ändern wird. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Ziele der einzelnen Unternehmen in den nächsten Jahren verändern und wie sie diese neuen Herausforderungen meistern, zu denen unter anderem Raffinerieschließungen, Investitionen in bestehende Raffinerien, Veränderungen der Produktpalette und die Bewertung ihrer eigenen Produkte für den Verkauf gehören.

Peter Pfersdorf 

Geschäftsführer, BHG Bitumenhandelsgesellschaft mbH

 

„Wir brauchen gemeinsame Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen“

Die Asphaltindustrie in Nordwesteuropa war nicht so stark von der Corona-Pandemie betroffen wie viele andere Branchen. Obwohl die Pandemie eine Reihe von Einschränkungen verursachte, konnten die Straßenbauarbeiten alles in allem planmäßig weitergeführt werden. Das heißt aber nicht, dass es keine Herausforderungen geben würde!

Eine der größten globalen Herausforderungen ist die Klimafrage. Wir brauchen gemeinsame Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Ein Weg ist die Senkung der Produktions- und Einbautemperaturen, wodurch auch die Arbeitsumgebung für die Arbeiter ver-bessert würde.

Unter dem Dach unseres Konzepts ReSolution haben wir bereits einige Produkte, die die Anstrengungen unserer Kunden bei der Nachhaltigkeit unterstützen. Dazu gehören Produkte, die eine Reduzierung der Temperaturen ermöglichen, die Haltbarkeit verbessern und die Verwendung von höheren Anteilen von wiederverwendetem Asphalt in den Mischungen ermöglichen.

Mit unserer Raffinerie in Hamburg, unserem Depot in Stettin und durch unsere Partner in Deutschland sind wir strategisch gut aufgestellt, um Kunden im nordwestlichen Teil von Mitteleuropa in den Segmenten Straßenbau und Industrie zu unterstützen. Wir liefern in diesen Märkten nicht nur eine große Palette an speziellen Bitumenqualitäten mit einheitlichen Eigenschaften, sondern auch hochwertige PMBs.

Für die Zukunft erwarten wir neue Produkte, die noch mehr Vorteile bieten, wenn es um die Verlängerung der Nutzungsdauer geht. Sie machen weitere Senkungen der Treibhausgasemissionen und eine verbesserte Wiederverwendung möglich. In unserer Rolle als Bitumenspezialist ist Nynas gut gerüstet, um diese Entwicklung weiter zu unterstützen.

Carsten Meyer

Sales Manager, Nynas Bitumen Western Europe

 

„Die komplexen Interaktionen zwischen den verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit fordern die Straßenbauindustrie heraus“

Bei der Entwicklung der Straßeninfrastruktur in Europa lag der Schwerpunkt in  den letzten Jahren auf die Instandhaltung und Verbesserung des vorhandenen Netzes. Einige dieser Maßnahmen verlangen große Eingriffe, besonders in urbanen Gebieten. Ein Beispiel ist der König-Willem-Alexander-Tunnel bei Maastricht in den Niederlanden. Unter Verwendung moderner digitaler Planungsverfahren und Bauprozesse wurde bei laufendem Verkehr, in räumlich äußerst begrenzter Lage und in relativ kurzer Zeit ein doppelstöckiger Tunnel errichtet. Ein weiteres Beispiel ist die A1 in Polen, die einen Teil der zehn paneuropäischen Verkehrskorridore bilden soll. Der Bau dieser Autobahn veranschaulicht, wie moderne Straßenverkehrsinfrastrukturen mit den Problemen bei Nachhaltigkeit, wirtschaftlicher Effizienz und ökologischen und sozialen Fragen in Einklang gebracht werden können.

Obwohl diese Projekte ausgezeichnete Beispiele für eine erfolgreiche Entwicklung der Straßeninfrastruktur sind, gibt es weiter viele Defizite. Übermäßig lange Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeiten sowie die Zunahme bei den Baukosten sind Probleme, die gelöst werden müssen. Darüber hinaus muss die Haltbarkeit und Verfügbarkeit der Straßeninfrastruktur verbessert werden.

„Alles hängt mit allem zusammen“, hat der Naturforscher Alexander von Humboldt einmal gesagt. Und genau das macht den Weg zur Klimaneutralität für die Straßeninfrastruktur so kompliziert. So hat zum Beispiel die Verwendung von Asphalt mit geringer Temperatur positive Auswirkungen auf die Umwelt, kann aber zu einer kürzeren Nutzungsdauer für den Straßenbelag und somit einen Anstieg des Instandhaltungsbedarfs führen. Gegenwärtig werden intensive Forschungen unternommen, um nachhaltige Lösungen für diesen Konflikt zu finden.

Viele weitere Beispiele könnten genannt werden, um die komplexen Interaktionen zwischen den verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit zu veranschaulichen,

die die Straßenbauindustrie herausfordern. Meiner Ansicht nach sollten die Nachhaltigkeitsfaktoren für alle Großprojekte einzeln analysiert werden. Hierzu benötigen wir formalisierte, objektive und praktikable Methoden zur Bewertung der Nachhaltigkeit. Und wir brauchen Daten. Die Verwaltung und die Forschung müssen diese Methoden zusammen mit der Industrie entwickeln. Die Politik muss klare Vorgaben aufstellen, nach denen die Nachhaltigkeit der einzelnen Projekte bewertet werden kann. Auf diese Weise werden wir ausgewogene Lösungen finden.

Markus Oeser

Professor an der Universität Aachen und Präsident der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

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