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Bitumen für Straßenbauanwendungen

29.11.2021 11:30

Den Weg bahnen für Asphalt 4.0

Die Digitalisierung breitet sich aus in der Asphaltindustrie. Der jüngste Eurasphalt & Eurobitume (E&E) Congress fand in Juni ausschließlich in virtueller Form statt. Er verlief erfolgreich, doch beim kommenden E&E Event soll die persönliche Begegnung mit dem Fachpublikum wieder im Mittelpunkt stehen.

Asphalt 4.0 für die Mobilität der Zukunft lautete das zukunftsgerichtete Schwerpunktthema auf dem E&E Congress 2021, der aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich in virtueller Form stattfand. Der Kongress, der ursprünglich 2020 in Madrid stattfinden sollte, wird alle vier Jahre gemeinsam von der European Asphalt Pavement Association (EAPA) und Eurobitume, dem Verband der europäischen Bitumenindustrie, ausgerichtet. Nachdem er verschoben werden musste, wurde er jetzt auf einer digitalen Plattform veranstaltet.

„Im November 2020 beschlossen wir, den verschobenen Kongress in einem digitalen Format auszurichten“, erklärt Siobhan McKelvey, Director General von Eurobitume. „Wir fanden, dass die weitere Planung eines physischen Kongresses zu riskant war und eine weitere Verschiebung drohte, was besonders für die vorgesehenen Referenten problematisch schwierig.“

Wie üblich, waren 90 Prozent der Vorträge während des E&E Congress in acht oder neun Programmschienen zusammengefasst, darunter den immer besonders nachgefragten Blöcken „Prüfung und Leistung von Bindemitteln“ und „Gesundheits- und Arbeitsschutz“. Die Wahl von Asphalt 4.0 als Hauptthema sollte jedoch Diskussionen unter den Teilnehmern über die Rolle von Asphalt bei der Mobilität der Zukunft anregen.

„Unser Einfluss auf die Entscheidungsträger muss größer werden“, erklärt McKelvey. „Wir müssen darüber nachdenken, was in der Zukunft von der Branche verlangt wird. Wird zum Beispiel das Wachstum bei Schwertransporten auf der Straße anhalten? Wenn ja, müssen wir dafür sorgen, dass auch unsere Materialien die erforderliche Leistung zeigen. Als Branche müssen wir uns aktiv an der Diskussion beteiligen, um die Zukunft mitzugestalten und zu erklären, was unsere Materialien leisten können.“

Die Einführung der „Futere Leaders“-Session spielte eine große Rolle für eine Zukunftsorientierung der Branche. Die Mitglieder waren aufgefordert, jüngere Beschäftigte, die in den vergangenen Jahren in die Branche gekommen sind, zur Teilnahme am Erfahrungsaustausch und den Foren des Kongresses einzuladen.

„Bei den künftigen Führungskräften in der Branche sollte Vielfalt eine hohe Priorität haben“, sagt sie. „Wir müssen die vielen attraktiven Vorteile und Aufstiegschancen, die wir bieten, noch besser kommunizieren. Um eine dynamische Arbeitsumgebung zu schaffen, müssen wir noch mehr Interesse in diesen Gruppen, darunter auch bei Frauen, wecken. Dies war auch eine zentrale Frage bei der Podiumsdiskussion.“

Ein Großteil des technischen Programms war zuvor aufgezeichnet und durch eine Live-Fragerunde ergänzt worden. „Dies funktionierte sehr gut und wir konnten sehen, dass sehr viele Menschen online teilgenommen haben“, so McKelvey.

Die Tatsache, dass man seine Frage schriftlich einreichen konnte statt sie mündlich vor einem vollbesetzten Saal vorzutragen, ermunterte mehr Teilnehmer dazu, Fragen zu stellen. Ein weiterer Vorteil der virtuellen Form war, dass das vollständige Programm noch drei Monate nach der Veranstaltung auf einer gut besuchten Video-on-Demand-Plattform verfügbar war.

Doch trotz des überwältigend positiven Feedbacks der Teilnehmer und einer Teilnehmerzahl, die nahezu das Normalmaß von 850 erreichte, planen die Organisatoren des E&E Congress die Rückkehr zu einem physischen Event. Die virtuelle Plattform soll möglicherweise nicht dauerhaft fortgeführt werden.

„Obwohl die digitale Plattform Kosten-einsparungen bot, ist es eindeutig nicht dasselbe Erlebnis wie bei der persönlichen Begegnung mit Menschen“, urteilt sie. „Für das Networking ist das virtuelle Format nicht ideal, und vielleicht müssen die Teilnehmer diese Art des,Treffens‘ erst noch annehmen, bevor es dieselben Ergebnisse bringt.“

Das nächste E&E Event, das in der Mitte zwischen den Kongressen stattfindet, wird als zwei halbtägige physische Meetings mit eingeladenen Referenten abgehalten. Dabei werden die beliebtesten Themen aus dem Congress zur Sprache kommen.

„Dies findet wahrscheinlich im November 2022 statt, so dass wir zum ursprünglichen Vier-Jahres-Turnus zurückkehren können und der nächste E&E Congress 2024 stattfindet. Dafür liegt aber noch kein endgültiger Beschluss vor, doch wir hoffen, schon bald eine entsprechende Mitteilung machen zu können.“

Der Erfolg des Kongresses 2021 mit einem hohen Maß an Unterstützung und Interesse hat gezeigt, dass die Branche auch weiterhin Wert auf diese Form des Austausches legt.

„Der Kongress bietet eine wertvolle Plattform, auf der unsere Branche neue Technologien, Innovationen und Produktentwicklungen zeigen und das Bewusstsein für die künftigen Möglichkeiten von Bitumen und Asphalt erhöhen kann, indem er eine, starke Stimme‘ unter vielen anderen im großen Bereich der Straßen- und Mobilitätslösungen darstellt“, erklärt Siobhan McKelvey.

 

 

Siobhan McKelvey 

Director General von Eurobitume seit 2018, war in zahlreichen Branchengremien, Unternehmen und Verbänden tätig, darunter im Marketing bei Colas und Nynas.

Weiterführende Literatur

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