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Bitumen für Straßenbauanwendungen

16.11.2018 12:03

Nachhaltigkeit als treiber für Innovationen

Sowohl Anreize als auch klare Vorgaben sind nötig, um die Entwicklung voranzutreiben und es der Branche zu ermöglichen, einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

Die Asphaltindustrie steht vor bedeutenden Herausforderungen, die einem strukturellen Wandel geschuldet sind.
Ganz allgemein ist die Herstellung und Verarbeitung von Bitumen heute stärker industrialisiert. Zugleich steigen die Qualitäts- und Umweltanforderungen.
Diese Themen stehen ganz ober auf der Tagesordnung von Mats Wendel, der als Innovationsberater bei dem skandinavischen Tiefbauunternehmen Peab Asfalt beschäftigt ist. Seiner Erfahrung nach bestehen große Unterschiede zwischen den Akteuren in der Branche: Während einigesich nur marginal an den Wandel anpassen, machen andere große Fortschritte.

Welche Verbesserungen haben sich in den letzten zehn bis 15 Jahren durchgesetzt?
„Wir haben viel Positives vorzuweisen. 
Die Produktionskapazit.ten sind gestiegen, wir recyceln mehr Asphalt als früher, und der Anteil von PMB und Warmasphaltmischgut hat zugenommen. Wir haben heute auch mehr Know-how, was Klimaauswirkungen und Sicherheit angeht.“

Zugleich betont Mats Wendel jedoch, dass weitere Verbesserungen anstehen. Er nennt unter anderem die weitere Steigerung des Recyclinganteils.
„Es ist nicht nachhaltig, der Natur mehr Rohstoffe zu entnehmen als nötig. Technisch sind wir bereits in der Lage, jede Form von Altasphalt wiederzuverwerten.
Damit das in der Praxis auch geschieht, braucht es jedoch weitere Anpassungen.
Jeder Prozentpunkt, um den der Recyclinganteil steigt, ist entscheidend, sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch.“

Die Arbeit an einer Nachhaltigen Entwicklung ist ein starker Treiber für Innovationen, doch auch hier werden nicht auf allen technischen Gebieten die gleichen Fortschritte erzielt. Bei Heißasphalt beispielsweise lassen sich die Emissionen halbieren. Bei Oberflächenbehandlungen ist das schwieriger, denn hier sind die Emissionen bereits gering. Das gleiche gilt für die halbwarme Technologie, weil hier meist mobile Mischanlagen im Einsatz sind.
„Bislang ist die kundenseitige Nachfrage aber noch zu gering“, sagt Mats Wendel.
Es besteht jedoch kein Zweifel, dass strengere Umweltanforderungen sich auf die Produkte und Methoden der Zukunft auswirken werden.
„Veränderte Vorschriften verbessern die Voraussetzungen für die Einführung neuer Lösungen am Markt. Viele Bauunternehmer sind den Anforderungen einen Schritt voraus, und öffentliche Ausschreibungen sind ein gutes Instrument, das den Unternehmen der Branche dabei hilft, Klima- und Umweltziele umzusetzen. Anspruchsvolle Vorgaben und/oder Anreize treiben die Entwicklung voran.“

Die Aktuellen Technologischen Umwälzungen, in deren Mittelpunkt Digitalisierung, Automatisierung und Robotisierung stehen, kommen auch am Arbeitsplatz zum Tragen.
„Die Einführung von schwereren Lastzügen beispielsweise erfordert den Einsatz von modernen Asphaltbindemitteln, die solche Beanspruchungen aufnehmen können. Selbstfahrende Lkw und Maschinen, in denen die Fahrer von heute das Bedienpersonal von morgen sind, sind vielleicht noch weit entfernt. Doch Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz könnten sehr viel schneller verlaufen.“

Das bedeutet, dass Maschinen künftig automatisch Anpassungen an die Produktion und den Einbau von Asphalt vornehmen können, wodurch anspruchsvolle Arbeitsaufgaben entfallen. Asphaltfertiger und Walzen werden automatisch fahren und dabei von Fachkräften überwacht werden. Auch die Verkehrssteuerung kann weitgehend automatisiert werden.
Ein weiteres wichtiges Gebiet ist die Wissensteilung.
„Die Bereitstellung von Wissen für alle Akteure und Berufszweige ist enorm wichtig für die Zukunft. Wir brauchen eine aktive Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, auch mit Kunden und Beratungsunternehmen. Was Schweden betrifft, sollte man ernsthaft erwägen, ob die Zeit nicht reif für die Gründung eines nationalen Branchenverbands ist“, meint Mats Wendel abschließend.

Nach fast 30 Jahren Berufsjahren ist Mats Wendel ein Begriff in der skandinavischen Asphaltindustrie.
In den späten Achtzigerjahren kam er zur schwedischen Straßenbaubehörde (Vägverket), die mittlerweile in der staatlichen Verkehrsbehörde Trafikverket aufgegangen ist. Dort hatte er mehrere leitende Positionen inne, von der Planung regionaler Straßen bis hin zum nationalen Koordinator für Straßenbeläge. Er verbrachte auch ein Auslandsjahr bei der Straßenbaubehörde des US-Bundesstaats Minnesota.
Vor vier Jahren wechselte Wendel von der Kunden- auf die Anbieterseite und wurde Head of Technology bei Peab Asfalt. Dieses Jahr übernahm er im selben Unternehmen die Position als Innovationsberater, wo er sich unter anderem um Problemstellungen und Innovationen im Bereich Asphaltbeläge kümmert.

Weiterführende Literatur

Ein dach über ihrem kopf

Mit der entsprechenden Bitumensorte lassen sich kostspielige und teure Dachrenovierungen vermeiden. Nynas ist einer der führenden Hersteller von Bitumen.

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Nynas appoints Technical & Research Director Bitumen

As from 1 December, Carl Robertus has the responsibility for Bitumen’s technical development at Nynas.

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